Ausstellungen und Museen: Von Bettwanzen und Bildungsgewinnen – Auf Reisen mit Goethe und in der Goethezeit

„Die Reise gleicht einem Spiel, es ist immer Gewinn und Verlust dabey, und meist von der unerwarteten Seite, man empfängt mehr oder weniger als man hofft“, schreibt Goethe 1797 aus der Schweiz an Schiller. Und weiter: „Für Naturen wie die meine, die sich gerne festsetzen und die Dinge festhalten, ist eine Reise unschätzbar, sie belebt, berichtigt, belehrt und bildet.“

Eine Ausstellung in Ilmenau wendet sich Goethes Reisen und dem Reisen in der Goethezeit zu. Es geht um Ziele, Zwecke und Umstände, auch ihre Spiegelung in der Literatur – und um die Strapazen und Erfahrungen unterwegs.

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Die Tourbeschreibung zum Goethewanderweg, der vor der Haustür des Goethestadtmuseums Ilmenau beginnt und über den Kickelhahn nach Stützerbach führt, finden Sie hier.

„Ort und Werk“: Goethe, Felsen sollten nicht Felsen, gesprochen in der Hermannsteiner Höhle

Die Reihe „Ort und Werk“ stellt Gedichte und andere literarische Texte vor, gesprochen an Schauplätzen der Handlung, dem jeweiligen Ort ihres Entstehens oder – wie in diesem Falle – dem Platz, für den sie gemacht sind.

Goethe sendete das titellose Gedicht am 24. Juni 1784 an Charlotte von Stein. Er habe es der Hermannsteiner Höhle zugedacht. Lange zuvor, am 6. August 1776, im ersten Jahr Goethes in Weimar und beider Bekanntschaft, war die Felskammer am Fuß des Großen Hermannsteins Ort eines Tête-à-tête zwischen dem 26 Jahre alten Dichter und neu ernannten Geheimen Legationsrat und der sieben Jahre älteren Angebeteten. Damals hatte er ihr einige Tage später das Gedicht „Ach wie bist du mir, wie bin ich dir geblieben“ gewidmet, das den Zwiespalt seiner verbotenen Liebe zu der verheirateten Frau formuliert.

Im vorliegenden Gedicht – zwei Distichen, jeweils aus Hexameter und Pentameter gebaut – scheint der „Resignationstopos“, wie ihn die Literaturwissenschaft Goethes Liebenslyrik jener Zeit bescheinigt, kaum enthalten (bzw. nach der Zäsur im Vers quasi aufgehoben), und Goethebiografen wie Helmut Koopmann in seinem Buch „Goethe und Frau von Stein – Geschichte einer Liebe“ fragen sich, welche Hoffnung da erfüllt worden sei. „Oder hatte er sich, was seine Beziehung zu Charlotte anging, in ein Ideal verstrickt, dem nichts Tatsächliches mehr entsprach?“

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„Ort und Werk“: Goethe, Wandrers Nachtlied (Ein Gleiches), gesprochen am Goethehäuschen bei Ilmenau

Die Reihe „Ort und Werk“ auf Poetenwege.de stellt Gedichte und andere literarische Texte vor, gesprochen an Schauplätzen der Handlung oder dem jeweiligen Ort ihres Entstehens.

Für Sigrid Damm ist es Goethes „vielleicht vollendetster ,Roman über das Weltall‘“, den er damals geplant, aber nicht realisiert habe. „Die Verse durchwandern in einem einzigen Bild- und Sprachklang gewordenen Gedanken den ganzen Kosmos.“ Gustav Seibt bewundert „das Minimum an Aufwand für ein Maximum an Wirkung“. „Das Gedicht ist klein, aber es strahlt Weite aus.“ Es kommt vor zum Beispiel in Daniel Kehlmanns „Vermessung der Welt“ (wenn auch als Paraphrasierung), wird zerpflückt in Georges Perecs „Die Maschine“ und auf Händen getragen in Milan Kunderas „Die Unsterblichkeit“, die in weiten Teilen auch ein Goetheroman ist.

„Wandrers Nachtlied (Ein Gleiches)“ gehört zu den bekanntesten Gedichten im deutschen Sprachraum und fand auch international Verbreitung. Goethe schrieb es am 6. September 1780 auf die Holzwand einer Jagdhütte auf dem Kickelhahn. Am 27. August 1831, dem Vorabend seines 82. Geburtstags, besuchte der Dichter den Ort noch einmal. Heute sind die Verse an gleicher Stelle in einem Nachbau des Ende des 19. Jahrhunderts abgebrannten Holzhauses in 16 Sprachen zu lesen (und das Original auf einem Foto zu sehen).

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Ein Klassiker unter den Dichterwegen: Auf Goethes Spuren im Thüringer Wald

Vor 250 Jahren – im Mai 1776 – besuchte Goethe zum ersten Mal Ilmenau. Von Mitte Juli bis Mitte August blieb er dann vier Wochen da. Aus den Aufenthalten wurde (wenn auch mit einer großen Pause nach dem Scheitern der Bergbau-Ambitionen) eine lebenslange Verbindung.

Heute kann man auf dem Goethewanderweg auf den Spuren des Dichters wandeln. Er steuert verschiedene Goetheorte an, darunter den Kickelhahn mit dem Goethehäuschen, an dessen Holzwand der 31-Jährige im September 1780 „Wandrers Nachtlied (Ein Gleiches)“ schrieb. Aber auch andere Verse sind hier entstanden.

Die Tourenbeschreibung finden Sie, wenn Sie hier klicken.

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Buchbesprechung: Baden gehen mit Byron, Goethe & Co. – Eine Kulturgeschichte des Schwimmens

„Wir sind nicht geboren, um zu schwimmen. Wir sind geboren, um zu laufen“, schreibt der Autor Bernd Brunner gleich am Anfang seines Buchs. Aber manchmal ist es im Wasser auch ganz schön. Unter dem Titel „Abtauchen und treiben lassen“ geht es einmal quer durch die Geschichte des Badens und Schwimmens. Auch Dichterinnen und Denker sind dabei.

Die Rezension von Poetenwege.de finden Sie hier.

Die Repro unten zeigt eine Abbildung aus Oronzio de’ Bernardis „Vollständigem Lehrbegriff der Schwimmkunst auf neue Versuche über die spezifische Schwere des menschlichen Körpers gegründet“, Weimar 1797. Quelle: HarperCollins – mit freundlicher Genehmigung

Ein Sommertag auf den Spuren von Goethe und Beethoven: Der Bořeň in Nordböhmen

Mein Blog startet mit Wandern, einem Freibad und mit Prominenz: Es geht nach Bílina/Bilin im Norden Tschechiens, nicht weit von Dresden oder Prag, etwas länger von Chemnitz entfernt.

Der Bořeň/Borschen, wegen seiner markanten Form auch „Biliner Löwe“ genannt, bietet einen grandiosen Blick auf Launer Steppenberge, Böhmisches Mittel- und das Erzgebirge, aber auch auf Braunkohletagebaue und -kraftwerke.

Alexander von Humboldt war hier. Goethe kam mit Beethoven vom nahen Kurbad Teplitz herüber.

Die Tourbeschreibung lesen Sie hier.

Eine Zusammenfassung gibt es auf dem Instagram-Account.